Warum Nardvillain Die Sims in ein Horrorparadies verwandelt
27. Juli 2026
Editorische Notiz: Nardvillain weiß genau, wie man Sims ein bisschen... Angst einjagt. Mal sperrt er sie in Pools, mal sorgt er dafür, dass sie eine gefährliche Sucht nach Grillkäse entwickeln – und jedes Mal erschafft er dabei Schrecken jenseits unserer Vorstellungskraft. Nun stellen wir ihm die Frage, die uns alle umtreibt: Warum? Das hier war seine Antwort.
Wie viel Zeit habt ihr denn? Ich meine, wo soll ich da anfangen...
Ich war schon immer leidenschaftlicher Geschichtenerzähler. Als Kind habe ich mir alle möglichen Szenarien ausgedacht und mich mit meinem Kassettenrekorder dabei aufgenommen, wie ich Stimmen für meine Actionfiguren imitiert habe.
Dann hat mich ein Freund bei sich Die Sims spielen lassen.
Diese Idee, einen ganzen Haushalt zu kontrollieren, war aufregend und revolutionär. Da habe ich mich gleich an meine Actionfiguren erinnert gefühlt, nur diesmal hatte ich die Chance, mein eigenes Narrativ in einer digitalen Welt zu kontrollieren. Mit dieser neuen Freiheit wurde meine Fantasie noch größer... und total abgedreht.
Als Teenager habe ich mich dann in klassische Horrorfilme verliebt. Ich habe es geliebt, mich in die Hintergrundgeschichten von Bösewichten zu vertiefen und das Storytelling im Horror aus einer Dark-Comedy-Perspektive zu betrachten.
Es gibt doch nichts Besseres als diese Momente, bei denen man sagt: "Wow, damit habe ich nicht gerechnet!" oder "Das war echt super witzig... und ein bisschen düster." Und dieser Gedanke ist in mein Die Sims-Gameplay eingeflossen.
Und den Rest kennt ihr ja.

Ich habe 2008 angefangen, Content für Die Sims zu machen – mit einem Podcast, aus dem so viel mehr geworden ist. Ich habe damals Rezensionen zu meinen Lieblingspacks veröffentlicht und gehofft, dass die Leute meine chaotische Videoreihe Die Sims 4: Pandemie-Edition gucken. Ich bin bis heute noch nicht fertig damit, aber hey, wir alle fangen irgendwo an!
Am Anfang war ich zu schüchtern, um wirklich ganz ich selbst zu sein. Ich hatte Angst, dass ich damit andere abschrecke, also hielt ich mich zurück. Aber die richtigen Leute sind geblieben und als ich Kurzformate entdeckt habe, habe ich meinen kleinen inneren Bösewicht freigelassen.

Eines meiner ersten viralen Videos war A Sim Drowning in First Person Mode (Ein Sim ertrinkt in Egoperspektive), dicht gefolgt von My Sims Are Addicted to Grilled Cheese (Meine Sims sind süchtig nach Grillkäse). Diese Videos und mein trockener Humor haben mich von anderen Inhalten abgehoben. Meine kleinen Erfolge haben mir das Selbstbewusstsein verliehen, meine Komfortzone zu verlassen, und noch mehr Schocker in Die Sims zu erschaffen.
Eine meiner besten Arbeiten war Best Friends Forever (Beste Freunde für immer) mit Callia Maebey, dieser gruseligen Telefondame im Hauptmenü (hier findet ihr ihre Hintergrundgeschichte). Das Video war ein klassischer Thriller und hat den Übergang zu meinem ganz eigenen Horrorgenre markiert.

Und das "DAG DAG", das inzwischen mein Markenzeichen geworden ist, wurde von meinen treuen Fans, den SUPERVILLAINS, etabliert. Ich hatte einmal ein TikTok-Video mit "Dag Dag" beendet und wegen meiner tiefen, schaurigen Stimme haben einige Leute Dinge kommentiert wie: "Wieso macht mir das Angst?" oder "Noch nie so ein gruseliges Dag Dag gehört." Das hat mich dazu inspiriert, den düsteren Ton meiner Videos beizubehalten – wie bei einem meiner Lieblingsvideos The Grilled Cheese Aspiration is Evil (Das Grillkäse-Bestreben ist böse).
Bei "Dealing with Noisy WooHoo Neighbors Goes Wrong" (Ich konfrontiere laute Nachbarn beim Techtelmechtel) hat mir meine Community beim Skript und sogar bei der Auswahl der Kleidung geholfen. Ich hoffe, dass wir in Zukunft mehr davon machen können, damit so viele wie möglich an diesem Chaos mitwirken.
Aktuell befasse ich mich mit Kurzformat-Challenges rund ums Sterben wie z. B. "100 Sims in a Pool Challenge". Ich will mich aber auch mit längeren Formaten befassen. Um so viele Sims im Pool einzusperren, brauchte es aber ein bisschen Hilfe von außen.

Wenn ich eins bei der Weiterentwicklung meines Contents gelernt habe, dann dass man seiner Persönlichkeit freien Laufe lassen sollte – es finden sich dann Menschen, die genau darauf abfahren. In einem Spiel wie Die Sims 4 sind der Kreativität absolut keine Grenzen gesetzt und es bringt so viele Gleichgesinnte zusammen.
Also, welchen Rat habe ich für horrorbegeisterte Simmer:innen da draußen, die im Leben ihrer Sims für Schrecken sorgen wollen?
Nun am Anfang steht immer eine Idee.
Ihr könnt so ziemlich jede Situation nehmen und daraus ein Horrorszenario entwickeln. Denkt nur an die Mechaniken aus dem Die Sims 4 Zu vermieten-Erweiterungspack * oder die Möglichkeit, Einbrüche oder Diebstahl zu begehen. Macht euch Merkmale wie "Paranoid" zunutze und findet skurrile Blickwinkel. Wenn ihr wirklich was Großes wagen wollt, dann bietet euch das Die Sims 4 Verliebt-Erweiterungspack* die Chance, verstörende Storys über Obsessionen zu erzählen. Ich sag nur Amors Ecke...
Als Nächstes müsst ihr eure Charaktere entwerfen.
Ich fokussiere mich dabei auf ihre Hintergrundgeschichten. In der Regel wird niemand böse geworden, also liegt die Frage nahe, warum jemand zu dem geworden ist, der er ist. Ich erstelle also auch dazugehörige Eltern und Großeltern, um tiefer in diese Geschichten einzutauchen.
Die Merkmale wähle ich je nachdem, welche Geschichte ich erzählen will.
Ein Beispiel: Mein bekanntester Sims-Charakter, Velma Vernon, hat das Merkmal "Genießer", denn sie ist in einer Umgebung groß geworden, in der Essen einen hohen Stellenwert hatte. Übrigens: Ursprünglich hieß sie Velma, die Metzgerin und hat sogar ein Metzger-Outfit getragen.

Wenn ihr eure Charaktere habt, geht es darum, dafür zu sorgen, dass sie sich... unwohl fühlen.
Im Gegensatz dazu bedeutet Wohlfühlen: Man ist körperlich und mental in guter Verfassung, hat keine Schmerzen, Sorgen oder Stress. Also müssen wir uns fragen: Wie manipulieren wir ihre Bedürfnisse? Wie könnte man verhindern, dass sie glücklich sind? Sperrt ihr sie ein? Macht ihr ihnen Angst? Spukt es bei ihnen oder werden sie verfolgt?
Ihr solltet auch darüber nachdenken, welches Gefühl eure Story hervorrufen soll. Welche Reaktion erwartet ihr? "Mann, das war echt seltsam", "Ich habe Tränen gelacht" oder irgendwas dazwischen? Denkt an eure gewünschte Reaktion, wenn ihr eure Story ausbaut. Experimentiert dann so lange, bis ihr einen möglichst abgedrehten Weg gefunden habt, diese Reaktion zu erreichen.
Jetzt habe ich viel geredet, aber die Frage nach dem Warum noch nicht beantwortet.
Meine Leidenschaft ist es, einzigartige, authentische Geschichten zu erzählen, die andere zum Mitmachen anregen.
Ich liebe es, wenn Simmer:innen meinetwegen neue Wege entdecken, wie sie ihr Spiel spielen können. Ich tue, was ich eben tue, um diese magischen Worte zu hören: "Ich wusste gar nicht, dass das geht!"
Ich kann nur immer wieder betonen, dass ihr euren Träumen folgen und das tun solltet, was euch Spaß macht – dann stoßen gleichgesinnte Simmer:innen irgendwann auf eure Inhalte.
Und jetzt geht da raus und lasst eurer chaotischen Seite freien Lauf. Eure Sims fühlen sich langsam ein bisschen zu wohl...
Dag Dag!